Kundeninformationen gemäß § 46 TrinkwV
Kundeninformation gemäß § 46 Trinkwasserverordnung (TrinkwV)
Die in 2021 novellierte EU-Trinkwasserrichtlinie beinhaltet eine Reihe von Informationspflichten, die die Wasserversorger gegenüber ihren Kunden zu erfüllen haben. Die Umsetzung in nationales Recht durch Novellierung der Trinkwasserverordnung erfolgte im Jahr 2023. Dieser Informationspflicht kommen wir nachfolgend gerne nach.
Betreiber der Wasserversorgungsanlagen
Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH
Kurpromenade 1410
27498 Helgoland
Die Versorgungsbetriebe Helgoland beliefern täglich ca. 1.500 Bewohner der Insel mit frischem Trinkwasser. Diese Zahl erhöht sich Saisonal durch den Besuch von Tagesgästen sowie Übernachtungsgäste auf ca. 3.500 Personen.
Wir versorgen die Insel Helgoland sowie die vorgelagerte Bade Düne.
Wasseraufbereitungs- und Desinfektionsverfahren
Jährlich produzieren wir ca. 140.000 Kubikmeter Trinkwasser aus dem Meerwasser der Nordsee vor Helgoland. Das so genannte „Permeat“, ein durch Spezialfilter vollentsalztes Wasser, wird anschließend wieder aufgehärtet. Dazu wird das „Permeat“, mit lebensmittelechter Kohlensäure versetzt. Im Anschluss wird das Wasser über eine Filtration mit „Juraperle“ (Mineralien z.B. Calciumcarbonat) angereichert.
Das Trinkwasser bekommt dadurch eine Härte von ca. 3°dH und liegt somit im Bereich „weich“. Unser Helgoländer Trinkwasser ist nicht aggressiv gegenüber metallischen Leitungen.
Wir verwenden in der öffentlichen Trinkwasserversorgung keine Desinfektionsmittel. Diese werden nur im Notfall auf Anordnung und in Abstimmung mit dem Gesundheitsamt bei vorheriger Information der Öffentlichkeit eingesetzt.
Die Wasserversorgungsanlagen stehen im Eigentum der Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH. Die Gemeinde Helgoland sowie die HanseWerk AG sind Ihre Gesellschafter.
Wasserhärtegrad
Für viele Haushaltsgeräte wie z.B. Spül- oder Waschmaschine spielt die Wasserhärte eine entscheidende Rolle. Von ihr hängt zum Beispiel ab, wieviel Spül- oder Waschmittel Sie verwenden müssen.
In der Trinkwasseranalytik bezeichnen wir als Wasserhärte die Summe der Konzentrationen der Erdalkalimetallionen. Vereinfacht gesagt ist damit hauptsächlich der Gehalt an Calcium- und Magnesiumionen im Trinkwasser gemeint. Je nach Konzentration dieser beiden Elemente im Trinkwasser ist dieses entweder „weich“, „mittel“ oder „hart“. Bei einer geringen Konzentration von Calcium und Magnesium ist das Wasser „weich“. Umgekehrt wird das Wasser als „hart“ bezeichnet, wenn die Konzentration der beiden Elemente im Wasser hoch ist. Berechnet wird die Summe der Erdalkalimetallionen in der Einheit mmol pro Liter oder in Grad deutscher Härte (°d oder °dH).
Die folgende Tabelle teilt die Härtebereiche nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz vom 2007 ein:
Härtebereich in Millimol Calciumcarbonat je Liter
| Härte | Wert |
|---|---|
weich | < 1,5 |
| mittel | 1,5 – 2,5 |
| hart | > 2,5 |
Wenn das Niederschlagswasser den Boden passiert, löst es die Stoffe aus dem Boden, die für die Härte zuständig sind. Diese gehen dann in das Grundwasser über. Da sich die Böden regional in ihrem Gehalt an Calcium und Magnesium unterscheiden, variiert auch der Härtebereich des Trinkwassers.
Für die menschliche Gesundheit sind Calcium und Magnesium nicht schädlich – ganz im Gegenteil: Unser Körper benötigt Calcium und Magnesium für die Festigkeit unserer Knochen und Zähne. Magnesium beugt Verkalkungen im Körper vor und unterstützt die Muskel- und Nervenfunktion. Calcium spielt eine Rolle bei der Blutgerinnung und der Funktion von Herz, Lungen und Nieren.
Das Trinkwasser bekommt dadurch eine Härte von ca. 3°dH und liegt somit im Bereich „weich“. Unser Helgoländer Trinkwasser ist nicht aggressiv gegenüber metallischen Leitungen.
Auswahl von Materialien und Werkstoffen im Kontakt mit Trinkwasser
In der Trinkwasserversorgung ist die Auswahl geeigneter Werkstoffe von entscheidender Bedeutung. Diese müssen nicht nur den unterschiedlichsten technischen und mechanischen Anforderungen genügen, sondern vor allem auch hygienisch unbedenklich sein. Trinkwasser aus dem öffentlichen Versorgungsnetz erreicht die Haushalte in Deutschland in der Regel in sehr guter Qualität. Werden erhöhte Parameterwerte im Trinkwasser festgestellt, sind diese meist auf die Trinkwasserinstallation im Gebäude zurückzuführen, d. h. auf ungeeignete Werkstoffe für Rohre, Armaturen oder Schläuche.
Mit dem Ziel, die menschliche Gesundheit zu schützen, erarbeitet das Umweltbundesamt Bewertungsgrundlagen für Materialien und Werkstoffe, die mit Trinkwasser in Kontakt stehen. Entsprechend der Trinkwasserverordnung sind diese zwei Jahre nach ihrem Erscheinen für die Betreiber von Wasserversorgungsanlagen verbindlich. Demnach dürfen in Deutschland nur Materialien und Werkstoffe verwendet werden, die dem Anforderungskatalog des Umweltbundesamtes entsprechen.
Ab Januar 2026 sieht die EU-Trinkwasserrichtlinie europaweit einheitliche Anforderungen an Materialien und Werkstoffe im Kontakt mit Trinkwasser vor. Hersteller und Anwender von Materialien und Werkstoffen müssen sicherstellen, dass ihre Produkte diesen Vorschriften entsprechen.
Beim Umweltbundesamt und DVGW finden Sie weitere Informationen hierzu.
Gesundheits- und Gebrauchshinweise
Das von uns gelieferte Trinkwasser erfüllt alle gesetzlichen Anforderungen. Es kann jederzeit unbedenklich zum Trinken, zur Zubereitung von Speisen – einschließlich Säuglingsnahrung – sowie zum Waschen verwendet werden.
Das Gesundheitsamt überwacht als Aufsichtsbehörde die Einhaltung der strengen Grenzwerte der Trinkwasserverordnung.
Risikomanagement
Als Betreiber kritischer Infrastrukturen sichern wir unsere Anlagen gegen Risiken ab. Dabei orientieren wir uns an den Vorgaben der zuständigen Behörden und den technischen Empfehlungen des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).
Das Risikomanagement gemäß § 35 ist ein systematischer Ansatz zur langfristigen Sicherung der Trinkwasserversorgung. Seit der Novellierung der Trinkwasserverordnung im Jahr 2023 ist es für alle Wasserversorger verpflichtend. Es umfasst die gesamte Produktionskette – von der Gewinnung bis zur Verteilung – und identifiziert potenzielle Risiken sowie Maßnahmen zu deren Minderung. Diese können Schulungen, Anpassungen der Analytik oder Umbauten von Anlagen umfassen.
Das Risikomanagement wird regelmäßig überprüft und angepasst. Dies erfolgt in Abstimmung mit den Behörden.
Da die Trinkwasserversorgung zur kritischen Infrastruktur gehört, bitten wir um Verständnis dafür, dass wir keine Inhalte des Risikomanagements veröffentlichen.
Wasserverbrauch pro Person
Das Verhältnis Ihres Verbrauchs gegenüber dem Bundesdurchschnitt können Sie mithilfe der folgenden Angaben selbst ermitteln. Im Durchschnitt verbraucht in Deutschland jede Person ca. 122 Liter pro Tag (Referenzwert im Jahr 2025; Quelle: BDEW-Wasserstatistik). Dies entspricht einer Jahresmenge von etwa 46 Kubikmetern (1 Kubikmeter entspricht 1.000 Litern).
Personenanzahl pro Haushalt Durchschnittsverbrauch pro Jahr
| Personenanzahl pro Haushalt | Durchschnittsverbrauch pro Jahr |
|---|---|
| 1 Personen | 46 m³ |
| 2 Personen | 92 m³ |
| 3 Personen | 138 m³ |
| 4 Personen | 184 m³ |
| 5 Personen | 230 m³ |
| 6 Personen | 276 m³ |
Umgang mit Trinkwasser
Jeder von uns kann durch ein verantwortungsvolles Verhalten zu einem nachhaltigeren und schonenden Umgang mit der kostbaren Ressource Wasser beitragen. Hier einige Beispiel und Tipps zum wassersparenden Umgang im Haushalt, die einfach und schnell umzusetzen sind.
Tipps zum Wassersparen im Haushalt:
- Duschen Sie, statt die Badewanne zu nutzen.
- Verwenden Sie Durchflussbegrenzer in Bad und Küche.
- Benutzen Sie die Sparspültaste bei der Toilettenspülung.
- Drehen Sie das Warmwasser nur dann auf, wenn Sie es auch wirklich benötigen.
- Stellen Sie während des Einseifens der Hände das Wasser ab.
- Ein tropfender Wasserhahn oder eine laufende Toilette verursachen reinen Trinkwasserverbrauch.
- Achten Sie bei Neuanschaffungen auf die Energieeffizienz und den Wasserverbrauch Ihrer Haushaltsgeräte.
- Waschmaschine und Geschirrspüler sollten nur vollständig gefüllt angestellt werden.
- Sie möchten nur eine Tasse Tee kochen? Messen Sie das Wasser für den Wasserkocher ab und sparen Sie Energie und Wasser.
- Erklären Sie Ihren Kindern den bewussten Umgang mit Wasser.
Stagnierendes Trinkwasser
„Stagnationswasser“ ist Wasser, das über Stunden, Tage oder Wochen in der Leitung steht, ohne genutzt zu werden. Durch die mangelnde Fließbewegung können Metalle aus den Materialien der Trinkwasserleitungen leichter in das Trinkwasser übergehen. Zudem entstehen dadurch optimale Bedingungen für das Wachstum von Mikroorganismen. Beides kann die Qualität des Trinkwassers stark beeinträchtigen. Von der Verwendung des (Stagnations-)Trinkwassers zur Zubereitung von Speisen und Getränken ist abzuraten, da sich eine mögliche schädigende Wirkung auf die menschliche Gesundheit nicht mehr ausschließen lässt.
Sparen ist gut, aber übertriebenes Sparen kann zu Stagnationen führen. Um Gesundheitsrisiken durch Stagnationswasser zu vermeiden, lassen Sie Ihr Wasser nach längeren Standzeiten etwas ablaufen. So stellen Sie sicher, dass Ihre Leitungen mit frischem Trinkwasser gefüllt sind.
Nach längeren Standzeiten muss die Spülung entsprechend länger ausfallen. Nach Rückkehr aus dem Urlaub empfehlen wir, alle in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung vorhandenen Armaturen zu spülen.